Operette

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DER OPERNBALL
Operette in drei Akten
Libretto: Victor Léon & H. von Waldberg
  • Musik: Heuberger, Richard
    Uraufführung: 5. Januar 1898, Wien, Theater an der Wien


    PERSONEN DER HANDLUNG

    Rolle Besetzung (Stimmlage)
    Beaubisson, Rentier Bassbariton
    Madame Beaubisson, seine Frau Alt
    Henri, seine Neffe, Marinekadett Mezzosopran
    Paul Aubier Tenor
    Angèle, seine Frau Sopran
    Georges Duménil Tenor
    Marguérite, seine Frau Sopran
    Germain, Diener Schauspieler
    Hortense, Kammermädchen Sopran
    Féodora, Chansonette Sopran
    PhPhilippe, Oberkellner Schauspieler

  • DIE HANDLUNG


    ERSTER AKT
    Paris, zur Karnevalszeit, im Hause der wohlhabenden Familie Duménil. Zu Besuch sind Herr und Frau Beaubisson sowie das Ehepaar Paul und Angèle Aubier aus Orleans. Die beiden Ehemänner, Freunde seit ihrer Schulzeit, führen heimlich einen ziemlich lockeren Lebenswandel nach dem Motto "Je toller, desto lieber". Während jedoch Marguérite Duménil ihren Gatten längst durchschaut hat, ihm aber gewisse Freiheiten zugesteht, ist Angèle nach wie vor davon überzeugt, dass ihr Gatte das Musterbeispiel eines treuen Ehemannes ist. Paul Aubier wiederum ist geschickt darin, seine kleinen Abenteuer als wichtige Geschäftsreisen zu tarnen. Beinahe kommt es zwischen den Ehefrauen zum Streit über die Tugenden ihrer Männer.
    Inzwischen bandelt das Kammermädchen Hortense mit dem schmucken Seekadetten Henri, einen Neffen Beaubissons, an. Henri berichtet von seinen (erfundenen) Abenteuern, wird aber von Hortense sofort durchschaut. Doch sie findet Gefallen an dem unerfahrenen Jungen.
    Angèle und Marguérite haben sich inzwischen darauf geeinigt, ihre Gatten auf die Probe zu stellen. Sie diktieren Hortense gleichlautende Einladungen an die beiden Ehemänner, in denen sie als Kostümierung jeweils einen rose Domino angeben. Der Plan lautet allerdings, dass jede der beiden sich um den Ehemann der jeweils anderen "kümmert", um die Herren anschließend umso besser bloßstellen zu können.
    Inspiriert von diesem Plan "leiht" sich auch Hortense einen Domino von ihrer Herrin und lädt per Brief Henri zum Stelldichein.
    Als die beiden Herren die verheissungsvollen Briefe erhalten, ist im Handumdrehen eine Lösung gefunden: per Depesche wird eine dringende Geschäftsreise vorgeschoben, und nach einer völlig übertrieben pathetischen Verabschiedung machen sich die Herren auf zum Opernball. Auch Herr Beaubisson, der seine Gattin über Nacht außer Haus weiss, schleicht sich heimlich zum Opernball.

    ZWEITER AKT
    Im Ballsaal der Pariser Oper. Alle Beteiligten sind inzwischen eingetroffen. Wie vorher von den Damen angeordnet, werden den Ehemännern Separées zugewiesen, in denen bereits die Frau des jeweils anderen sie erwartet. Auch Henri trifft auf Hortense, die ebenfalls einen Domino in Rosa trägt. Beaubisson seinerseits hat mit der Chansonette Feodora abgebändelt.
    Als Paul und Georges in den Separées zudringlich werden wollen, erscheint auf ein Zeichen der Damen der Oberkellner Philippe und ruft die Männer hinaus, da die angeblich dringend zu einem Gespräch verlangt werden. Als auch die Ehegattinnen aus den Separées kommen, entsteht eine riesige Verwirrung, zumal auch Hortense in ihrem rosa Domino von den Männer umworben wird. Niemand weiß letztlich mehr, wem er gegenüber steht. Schließlich vrschwinden alle drei Damen unter Hohngelächter, während die Herren ratlos und alkoholisiert zurückbleiben.

    DRITTER AKT
    Am nächsten Morgen im Hause Duménil. Die allgemeine Katerstimmung kann nicht verhinden, dass nach und nach die Scharade der Damen ans Licht kommt. Das verräterische Briefpapier wird gefunden, und es droht ein heftiger Streit samt Duell-Forderung, da die Männer annehmen müssen, das jeder die Frau des jeweils anderen verführt hat. Angèle und Marguérite jedoch können schließlich die Affaire aufklären, indem sie auf Hortense verweisen, die sich aus dem Staub gemacht hat, jedoch den Domino mit beweiskäftigen Spuren der Begegnungen am vergangenen Abend zurückgelassen hat. Die Ehepaare versöhnen sich nur zu gern, und das Ehepaar Aubier tritt die Heimreise an, denn "Überall ist es schön auf der Welt, doch am allerschönsten ist's immer zuhaus'!"


    MUSIKNUMMERN


    DISCOGRAFIE (Auswahl)

    Graz, 2016 Gesamtaufnahme
    Gerhard Ernst, Lotte Marquardt, Alexander Kaimbacher, Ican Orescanin, Nadja Mchantaf, Margareta Klobucar, Martin Fournier, Sieglinde Feldhofer u.a.
    Chor der Oper Graz, Grazer Philharmonisches Orchester
    Dirigent: Marius Burkertr
    Diese Aufnahme ist beim Label JPC derzeit nicht mehr erhältlich, kann aber noch über Amazon bezogen werden.
    Österreichischer Rundfunk, 1964 Gesamtaufnahme
    Wilhelm Schmidt, Cilli Tögel, Heinrich Friedl, Toni Niessner, Jetty Toplitz-Feiler, Waltraud Demmer, Fred Liewehr, Emmy Loose u.a.
    Chor des Österreichischen Rundfunks, Großes Wiener Rundfunkorchester
    Dirigent: Max Schönherrk
    Hamburger Archiv für Gesangskunst
    Hier erhältlich
    Mitteldeutscher Rundfunk, 1970er Jahre Gesamtaufnahme
    Klaus Buron, Katrin Wölzl, Helmut Klotz, Hans-Peter Schwarzbach, Anna Tomowa-Sintow, Maria Croonen, Walter Schmidt, Ute Mai u.a.
    Chor des Mitteldeutschen Rundfunks, Großes Rundfunkorchester Leipzig
    Dirigent: Adolf Fritz Guhl
    Diese Aufnahme ist derzeit leider nicht im Handel erhältlich
    Westdeutscher Rundfunk, 1978 Gesamtaufnahme
    Benno Kusche, Tatjana Iwanow, Trudeliese Schmidt, Claudio Nicolai, Jeannette Scovotti, Grit van Jüten, Hermann Winkler, Renate Holm u.a.
    Kölner Rundfunkchor, Kölner Rundfunkorchester
    Dirigent: Paul Hager
    Diese Aufnahme ist derzeit leider nicht im Handel erhältlich
    Philips, 1950er Querschnitt
    Leo Heppe, Margit Opawsky, Horst Heinrich Braun, Lotte Rysanek, Christine Spierenburg, Karl Terkal, Else Liebesberg u.a.
    Grosses Wiener Operettenorchester
    Dirigent: Kurt Richter
    Diese Aufnahme ist derzeit leider nicht im Handel erhältlich
    Eurodisc, 1970er Querschnitt
    Margit Schramm, Erika Köth, Hedi Klug, Reinhold Bartel, Ferry Gruber u.a.
    Münchner Rundfunkorchester
    Dirigent: Werner Schmidt-Belcke
    Diese Aufnahme ist derzeit leider nicht im Handel erhältlich


    VERFILMUNGEN

    Deutschland, 1970 Helen Mane, Harald Serafin, Maria Tiboldi, Maurice Besancon, Tatjana Iwanow, Heinz Erhardt, Uwe Friedrichsen u.a.
    Symphonie-Orchester Graunke
    Dirigent: Willy Mattes
    JPC
    Hier erhältlich


    HÖRBEISPIELE

  • Ouvertüre (7:18)
         (1958, Rudolf Kempe, Wiener Philharmoniker)

  • Hier ist die Uhr - Gehen wir ins Chambre separée (3:10)
         (1954, Peter Anders, Rita Streich,
    Orchester Franz Marszalek


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